Dänische Redewendungen, die ihr kennen solltet II

Wir widmen uns weiter den dänischen Redewendungen – denn das ist ein weites Feld, wie mein Deutschlehrer zwar nicht zu diesem Thema, aber sonst gerne zu sagen pflegte. Und wie er damit den Nagel auf den Kopf traf – zumindest bezüglich der dänischen Redewendungen. Die er ja nichtmal meinte. Ich plappere, legen wir also lieber los.

At gøre nogen en bjørnetjeneste

At gøre nogen en bjørnetjeneste – diese Redewendung, die wir auch im Deutschen kennen („jemandem einen Bärendienst erweisen“) – geht auf eine Fabel aus dem 17. Jahrhundert zurück. In der Fabel des französischen Dichters Jean de La Fontaine versucht ein zahmer Bär, eine Fliege von der Nase seines schlafenden Herrn zu verscheuchen. Er wirft einen schweren Stein nach der Fliege, erschlägt diese zwar – tötet dabei aber versehentlich seinen Herrn. Nicht so gut, könnte man so sagen. Diese Redewendung bedeutet also, dass jemand versucht, jemand anderem zu helfen, leider aber die Situation nur noch schlimmer macht. Interessanterweise habe ich genau diese Formulierung schon des Öfteren – sowohl im Dänischen als auch im Deutschen – gehört, wenn jemand einer Person einen „besonders großen Gefallen“ getan hat – also bärig im Sinne von bärig groß benutzt wird. Eigentlich also eine falsche Nutzung, aber wer weiß, vielleicht erleben wir hier gerade eine Umdeutung?

Ikke have opfundet den dybe tallerken

In vielen Sprachen gibt es besonders viele bildliche Ausdrücke für Mitmenschen, von denen man zumindest meint, sie seien nicht besonders klug oder geschickt – auch im Dänischen. Schon beim letzten Mal habe ich euch einige Beispiele dafür genannt und die Liste geht weiter. Ikke have opfundet den dybe tallerken (jemand hat nicht den tiefen Teller erfunden) ist dabei einer meiner Favoriten – so einfach und auf den Punkt. Jeder erkennt, was gemeint ist.

Komme ind med firetoget

Sagt man im Dänischen über jemanden er sei mit dem Vier-Uhr-Zug gekommen (komme ind med firetoget), so beschreibt man denjenigen als etwas naiv, unerfahren oder nicht gut informiert. Die Redewendung bezieht sich auf Pendler, die mit dem 16-Uhr-Zug, oft einem der letzten Züge, aus der Provinz in die Hauptstadt kamen und sich mit den Gegebenheiten nicht gut auskannten. Gerne wird diese Redewendung auch selbstironisch benutzt, wenn man völlig auf dem Schlauch steht oder sich einfach nicht auskennt: Jeg er kommet ind med firetoget! Oder auch im Gegenteil, schließlich er jeg ikke kommet ind med firetoget!

Zum letzten Titelbild:

Klap hesten, John Wayne – oder auch Klap lige hesten bedeutet wörtlich „streichel mal das Pferd“ und bedeutet so viel wie mach mal halblang, immer mit der Ruhe!

Der Zusatz „John Wayne“ ist eine scherzhafte Erweiterung in der Umgangssprache und mit einem „Mach mal halblang, Cowboy!“ zu vergleichen.

Klap hesten, John Wayne



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