Wer oder was ist eigentlich Harald Blauzahn

Harald Blauzahn war der Sohn Gorm des Alten und Thyra Dannebods und vermutlich 958-987 König von Dänemark. Sein Herrschaftsgebiet umfasste mindestens ungefähr das Gebiet des heutigen Dänemarks plus Skåne – das belegen die Burgen, die er innerhalb kürzester Zeit errichten ließ.

Eindrucksvolles Zeugnis davon legt der aus dem 10. Jahrhundert stammende Runenstein von Jelling ab. Hierauf ist in Runen folgendes zu lesen: Runeninschrift (auf dem Stein) – Transkription – Altnordisch

ᚼᛅᚱᛅᛚᛏᚱ᛬ᚴᚢᚾᚢᚴᚱᛣ᛬ᛒᛅᚦ᛬ᚴᛅᚢᚱᚢᛅ
ᚴᚢᛒᛚ᛬ᚦᛅᚢᛋᛁ᛬ᛅᚠᛏ᛬ᚴᚢᚱᛘ ᚠᛅᚦᚢᚱ ᛋᛁᚾ
ᛅᚢᚴ ᛅᚠᛏ᛬ᚦᚨᚢᚱᚢᛁ᛬ᛘᚢᚦᚢᚱ᛬ᛋᛁᚾᛅ᛬ᛋᛅ
ᚼᛅᚱᛅᛚᛏᚱ ᛁᛅᛋ᛬ᛋ<ᚨ>ᛣ᛫ᚢᛅᚾ᛫ᛏᛅᚾᛘᛅᚢᚱᚴ
ᛅᛚᛅ᛫ᛅᚢᚴ᛫ᚾᚢᚱᚢᛁᛅᚴ ᛫ᛅᚢᚴ᛫ᛏᛅᚾᛁ᛫<ᚴᛅᚱᚦᛁ᛫>ᚴᚱᛁᛋᛏᚾᚨ

haraltr:kunukṛ:baþ:kaurua
kubl:þausi:aft:kurm faþur sin
auk aft:þa;urui:muþur:sina:sa
haraltr ias:sṛ·uan·tanmaurk
ala·auk·nuruiak
·auk·tani·kristna;

Haraldr konungr bauð gjöra
kuml þessi eftir Gorm föður sinn
ok eftir Þyri móður sína, sá
Haraldr sem vann Danmörku
alla ok Noreg
ok Dani gjörði kristna.

Auf Deutsch heißt das soviel wie: König Harald gebot, dass dieses Denkmal seinem Vater Gorm und seiner Mutter Tyra gemacht wurde; der Harald, der sich ganz Dänemark und Norwegen unterwarf und die Dänen zu Christen machte.

Harald Blauzahn leitete mit der Errichtung von Bistümern in Aarhus, Ribe und Schleswig die Christianisierung ein und ließ sich selbst um 960 taufen.

Harald, der erstmals Dänemark unter einer Krone einte, nahm die Unterstützung der Kirche in Anspruch, was bei seinem Sohn Sven Gabelbart, der sich immer noch als Wikinger sah, auf wenig Gegenliebe stieß. In der Seeschlacht von Helgenes besiegte Svend schließlich mit Hilfe der Jomswikinger seinen Vater Harald, dieser kann zwar fliehen, stirbt aber wenig später.

Mehrere nordische Quellen (Sagas: Jómsvikinga saga, Knýtlinga saga und die Heimskringla) berichten, dass den König während einer nächtlichen Kampfpause an Land ein Pfeil aus dem Hinterhalt traf, der ihn schwer verwundete. Er konnte mit treuen Gefolgsleuten an die südlichen Ostseeküste fliehen, starb jedoch 985 oder 986. Sein Leichnam wurde laut Adam von Bremen, einem Chronisten und Kleriker des 11. Jahrhunderts, nach Roskilde überführt.

Woher Harald, der eigentlich Harald Gormsson war, (altnordisch Haraldr blátonn, dänisch Harald Blåtand), seinen Beinamen hatte, ist umstritten und Bestandteil zahlreicher Spekulationen und auch Geschichten.
Dass sich der Name auf die Farbe der Zähne des Königs bezog, ist allerdings unwahrscheinlich – der erste Teil des Namens kann auf altnordisch blár zurückgeführt werden und bedeutet so viel wie dunkelblau oder schwarz, manchmal auch bleifarben.

Bezüglich des zweiten Bestandteils altnordisch -tönn für Zahn besteht jedoch Uneinigkeit. Zum einen kann es als sogenannte Heiti Metapher für Schwert gesehen werden, zum anderen könnte es ebenfalls mit dem altnordischen Wort thegn für Untertan, Dolch (englisch thane) in Verbindung gebracht werden.

Und wer sich jetzt noch fragt, wo er diesen Namen sonst schon mal gehört hat: wir tragen fast alle Bluetooth zumindest als Option unserer Mobiltelefone mit uns umher. Bluetooth wurde nach Harald Blauzahn benannt und zwar als Hommage an seine Fähigkeit, mehrere Fürstentümer zu einem Königreich zu einen.
Das Logo zeigt das Monogramm HB in Form der Runen Hagalaz und Berkano.

Was ist ein Heiti?

Ein Heiti (altnord. heiti für „Name“) ist eine Stilfigur der altisländischen Stabreimdichtung. Sie bestreibt einen Gegenstand oder Namen mit einem bildhaften Ausdruck, der zum Teil weithergeholt erscheinen mag und deshalb Kenntnis von Mythen und Sagen voraussetzt.

Bei der Wahl des Bildes wird ein bestimmter Aspekt betont, ein Heiti ist quasi eine differenzierte Metapher. Zum Beispiel konnte „Der Gierige“ genauso für einen Wolf stehen wie für das Feuer. Auch wenn Heiti Stilfiguren der altisländischen Dichtung sind, war ihr Ursprung doch ritueller Art. Das Anrufen eines Gottes oder bloße Aussprechen eines altnordischen Götternamens war nur durch Benennung spezifischer Eigenschaften gerechtfertigt. Ähnlich verhielt es sich mit tabuisierten Personen oder auch Dingen. Snorri Sturluson, der große isländische Dichter und Historiker hat in seiner Snorra-Edda eine Sammlung der wichtigsten Heiti verewigt. Allein für den altnordischen Gott Odin sind dort 150 Heiti vermerkt.


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