Es gibt sie, diese Orte, an denen man am liebsten bleiben möchte – oder an die man zumindest immer wieder zurückkehren will. Ich mache manchmal schon bei der Abreise Pläne, wann ich wiederkomme…und so geht es mir auch mit Ebeltoft, dieser schönen Kleinstadt im Süden von Djursland.
Djursland ist eine rund 1.400 km² große Halbinsel im Osten Jütlands, die manchmal ein wenig übersehen wird. Und das völlig zu Unrecht, denn hier finden sich nicht nur wirklich spannende Sehenswürdigkeiten, auch die Küsten und Strände bieten alles, was das Herz begehrt. Wassersportler und Badefreunde, Kulturbegeisterte, Foodies, Geschichtsfreunde und Outdoorliebhaber kommen hier allesamt voll auf ihre Kosten. Die wunderschönen Mols Bjerge im südlichen Djursland bieten zahlreiche Möglichkeiten, in grandioser Natur unterwegs zu sein.
Heute aber nehme ich euch mit nach Ebeltoft im Süden der Halbinsel. Der malerische alte Stadtteil mit seinen schiefen Fachwerkhäusern, Kopfsteinpflaster und Stockrosen ist unbedingt einen Besuch wert. Viele kleine Geschäfte säumen die Hauptgeschäftsstraße durch die Stadt,. Richtig nostalgisch wird es, schlendert man früh am Morgen oder abends durch die historischen Gassen. Im Sommer, in den Herbstferien und zur Weihnachtszeit kann man sich dem Rundgang der Nachtwächter anschließen oder einfach nur ihrem Gesang vor dem Alten Rathaus lauschen.

Durch Ebeltoft lässt es sich hervorragend schlendern. Pausen kann man jederzeit in kleinen Cafés, im Hinterhof oder Garten eines Resturants einlegen und auch das ein oder andere kleine Geschäft sollte man nicht versäumen. Empfehlenswert ist unter anderem Mouse & Pen Illustrations, wo ihr wirklich schöne Illustrationen in groß und klein als Andenken für zuhause finden könnt.
Ist man in Ebeltoft, warten nicht nur eine stimmungsvolle Altstadt, schöne Läden und Cafés auf Besucher, auch sehr bekannte Sehenswürdigkeiten warten darauf, besucht zu werden. So zum Beispiel das Glasmuseum, der Farvergaarden und die Fregatte Jylland, über die ich euch in einem nächsten Artikel noch berichten werde.
Wer durch Ebeltoft flaniert, der wird auch mit Lodvig Bekanntschaft machen. Lodvig ist eine Bronzestatue inmitten der Fußgängerzone, die 2001 errichtet wurde und vom dänischen Bildhauer Holger Bendstrup stammt. Sie zeigt den Apothekerlehrling Lodvig, dessen Geschichte auf das Jahr 1905 zurückgeht. Damals wurde Lodvig zu 4 Tagen Haft verurteilt, weil er mit dem Dienstmädchen des Stadtvogts erwischt worden war. Die Einwohner von Ebeltoft hielten diese Strafe für übertrieben hart und so wurde der Fall und auch der Stadtvogt Ziel von landesweitem Spott und Karikaturen in den Medien in ganz Dänemark. Ein Jahr später wurde die Ebeltoftvise populär, die den unglücklichen Ausgang der Liebesaffäre thematisierte. Alle Sympathien lagen eindeutig auf Seite der jungen Verliebten, die Demütigung des Stadtvogts und der Stadtverwaltung war perfekt.
Seit 1966 ist der Ehrenpreis der Stadt Ebeltoft nach Lodvig benannt. Dabei handelt es sich um eine Auszeichnung, die von der Handwerker- und Bürgervereinigung vergeben wird. Dieser ideelle Preis wird vergeben an Personen, die sich besonders verdient gemacht haben für die lokale Gemeinschaft.


Auch ein Spaziergang entlang des Wassers sollte man machen, wenn man Ebeltoft besucht. Auf dem Parkplatz am Glasmuseum bzw. vor der Fregatte Jylland findet man eigentlich immer einen Platz, um sein Auto abzustellen (Parkscheibe nicht vergessen bzw. auf die Beschilderung achten, was gefordert ist). Von hier aus geht es immer am Wasser lang Richtung Hafen. Dabei passieren Spaziergänger Lystbådehavn, die Ebellonestatue, die Strandbar und das neue Hafenviertel – nicht schlecht, wenn man sich hier mir Blick auf die Ebeltoft Vig eine Wohnung leisten kann….
Und dann die Ebellone, eine Holzstatue, die 2014 von Søren Lyngbye geschaffen wurde. Sie wird auch als die „bezaubendste Frau Ebeltofts“ bezeichnet. Anfangs stand sie am Alten Rathaus und war mit ihrem mit Äpfeln gefüllten Korb ein Symbol für das Ebelfestivalen. Nach dem Festival geriet sie am Randes des Ebelofter Festplatzes in Vergessenheit und man erzählt sich, dass nachts ihr herzzerbrechendes Seufzen bis in die Mols Bjerge zu hören war. Nach sieben langen Jahren entschied man sich, der Ebellone ein neues „Zuhause“ zu geben und versetzte die Statue an die Wasserkante. Hier kann sie den Blick über die Ebeltoft Vig schweifen lassen und sich an den prachtvollen Sonnenuntergängen erfreuen. Und dann, an ganz stillen Abenden, wenn einzig die vereinzelt an Land schwappenden Wellen zu hören sind, dann hört man manchmal auch eine kleine Melodie, die Ebellone vor sich her summt. So sagt man jedenfalls.











