Dänische Redewendungen und kein Ende in Sicht – kein Wunder, denn Idiome, wie diese Redewendungen fachsprachlich heißen, füllen ganze Bücher. Für mich sind sie eines der spannendsten Aspekte einer Sprache – und die lustigsten.
Eine meiner allerliebsten dänischen Redewendung entstammt einer historischen Begebenheit. Erzählt wird sich, dass während einer Ballettaufführung im Jahr 1958 Erbprinz Knud darum bat, etwas erneut aufzuführen, da er schlechte Sicht von seinem Platz aus hatte. Im ganzen Land bekannt wurde diese Episode durch ein Lied und kurz darauf wurde En gang til for Prins Knud zu einer festen Redewendung. „Noch einmal für Prinz Knud“ bedeutet, dass etwas wiederholt werden soll/wiederholt wird, weil es beim ersten Mal nicht verstanden oder auch nicht gesehen wurde.
In eine ähnlich Richtung geht die Frage Skal jeg skære det ud i pap? das wohl dem deutschen „Soll ich es dir vielleicht aufmalen?“ nahekommt. Diese Frage ist nicht besonders nett und kann leicht aggressiv wirken, wird aber meist ironisch verwendet.
Benutzt man in einer fremden Sprache solch Redewendungen, kann es leicht vorkommen, dass man „im Spinat stampft“ – jokke i spinaten –, also ins Fettnäpfchen tritt. Das wollen wir natürlich vermeiden und deshalb arbejder vi som en hest (wir arbeiten wie ein Pferd), og lægger os i selen (legen uns ins Zeug), wenn wir eine neue Sprache lernen.




