Husby Klitplantage – Marens Maw und Kippes Træ

Die Husby Klitplantage ist wirklich eine grandiose Landschaft – ein Wald, wie man ihn an der Westküste nur selten zu Gesicht bekommt. Je weiter man sich jedoch Richtung Westen bewegt, desto lichter wird der Wald. Hügelige Heide und recht hohe Dünen wechseln sich hier ab – im Hintergrund nun immer deutlicher die rauschende Brandung der Nordsee.

Dünen, Strandhafer und Nordsee

Diesmal nähern wir uns der Klitplantage aus Richtung Norden. Über den Spidsbjergvej, an dessen Ende ein kleiner Parkplatz zu finden ist, geht das am besten. Von hier aus kann man eine wunderschöne kleine Wanderung unternehmen, die weitgehend parallel zur Küste verläuft und über schmale Trampelpfade Dünen hoch und hinab führt. Einfach herrlich – Dünen, Strandhafer und die Nordseebrise.

Der Bauch der Klitplantage

Und dann kommt man zur Düne Marens Maw, was so viel wie Marens Bauch heißt. Ihren Namen hat sie von einem Waldarbeiter erhalten, der sich beim Anblick der Düne an den Bauch seiner schwangeren Frau Maren erinnert fühlte. Vom Raketvejen aus kann man Marens Maw über eine kleine Holztreppe erklimmen und dann bietet sich einem ein einzigartiger Blick über Dünen, Heide, Wald, die tosende Nordsee und den Nissum Fjord.
Wandert man weiter Richtung Süden passiert man Gryden, ein wahrlich bemerkenswertes Exemplar einer Parabeldüne mit einer Ausdehnung von ungefähr 1000 Metern.

Ein Geschenkebaum im Wald


Möchte man etwas mehr Zeit wandernd in diesem schönen Gebiet verbringen, kann man sich noch auf die Suche machen nach Kippes Træ. Der Baum ist zwar im Dezember 2013 einem Sturm zum Opfer gefallen, da er sich selbst überlassen wurde, kann man aber noch erahnen, wo er mal gestanden hat. Hinter diesem eigentlich wenig spektakulären Ort verbirgt sich, wie ich finde, eine anrührende Geschichte.

Das Mädchen Kippe wohnte auf Nordseeland und jeden Sommer besuchte sie ihre beiden Tanten in Jütland, die ein Ferienhaus in Bjerghuse, etwas nördlich der Husby Klitplantage, besaßen. An Kippes 10. Geburtstag im Jahr 1932 hatten die Tanten für ihre kleine Nichte Geschenke in einen Baum im südöstlichen Teil der Klitplantage gehängt. Das Mädchen war so begeistert davon, dass es zu einer Tradition wurde, an Kippes Geburtstag Geschenke in den Baum zu hängen. Selbst als Erwachsene kam Kippe mit ihren Freunden und Familie zu dem Baum, es hingen Geschenke an den Zweigen und Kippe feierte mit ihrer kleinen Geburtstagsgesellschaft mit Champagner und Kuchen.


Einige Bewohner der Gegend nahmen diese Tradition im Laufe der Zeit auf und hängten auch Geschenke und manchmal sogar Geld in den Baum. Es wird sich erzählt, dass so manch einer Geldstücke an ein Band hängte (Ihr erinnert Euch an die dänischen Münzen mit Loch in der Mitte?) und dann in die Äste des Baums hinaufwarf. Angeblich soll ein Junge aus der Gegend, der eines Tages den Baum hinaufkletterte und alles Geld einsammelte, sich von dem Geld seinen Traum erfüllt und ein Schlagzeug gekauft haben.

Irgendwie anrührend, findet Ihr nicht? Vielleicht findet Ihr ja die Überreste von Kippes Træ beim nächsten Besuch der Husby Klitplantage – und vielleicht habt Ihr ja dann sogar Kuchen und Champagner dabei 🙂


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