Dansk Mad: 21 Backwaren aus Dänemark Teil 1

In den 1990er Jahren wurden im Rahmen des EU-Projektes Euroterroir landestypische Speisen untersucht. In Dänemark sammelte die Historikerin Bi Skaarup, die eine Koryphäe auf dem Gebiet der Lebensmittelhistorie war, 130 dänische Lebensmittel. Die Lebensmittel mussten, um für das Projekt anerkannt zu werden, in Dänemark erfunden und seit mindestens drei Generationen hergestellt und gegessen werden.


21 der 130 Lebensmittel waren Backwerk – und so manches Mal denkt man gar nicht, dass der Keks bzw. der Kuchen wirklich aus Dänemark stammt.


Aber schaut selbst. Hier kommen die ersten 7 Backwaren der Liste.

Brunkage


Brune kager kennen bestimmt die meisten von Euch. Sie sind einfach aus der dänischen Weihnachtszeit nicht wegzudenken – und schmecken ja auch wirklich fantastisch zu einem schönen Becher Gløgg. Früher waren die Braunen Kuchen auch unter dem Namen Lebkuchen bekannt, weil er wie die Pfeffernuss (pebernød) auch Pfeffer enthielt. Der Begriff Brunkage wurde vermutlich erst Mitte des 19. Jahrhunderts in Dänemark gebräuchlich.

Typ: Keks
Beschreibung: Dünnes, rundes oder quadratisches, braunes Gebäck mit reichhaltigem, würzigem Geschmack.
Wann: Die Schärfe des Kuchens ist charakteristisch für das Mittelalter, also wohl die Zeit, in der er erfunden wurde.

Jødekage

Ein Jødekage ist ein Keks mit Zucker und Zimt und auch er ist traditionell zur Weihnachtszeit sehr beliebt. Der Name Jødekage („Jüdischer Kuchen“) entstand um 1700 – vermutlich hat der Keks ausgesehen wie die Kekse, die in den jüdischen Bäckereien in Kopenhagen verkauft wurden. Auch diese waren mit Zimt oder auch Kardamom bestreut. Der Jødekage in seiner heutigen Form stammt jedoch aus dem Jahr 1856 und ist dänischen Ursprungs.
In Nordjütland ist Jødekage auch ein gebräuchlicher Begriff für eine Zimtschnecke.


Typ: Keks
Beschreibung: Dünner, runder Keks mit einem Hauch von Zimt.
Wann: Rezepte für Jødekager gehen auf das Jahr 1856 zurück.

Napoleonshat


Einen Napoleonshat hat wohl schon jeder Dänemarkurlauber gegessen, oder? Der Begriff „süße Sünde“ bekommt hier eine ganz neue Dimension – finde ich….
Der Napoleonshut wurde wahrscheinlich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erfunden, als viele Gebäckstücke nach Napoleon benannt wurden – genau bekannt ist es aber nicht.

Art: Tørkage
Tørkage bedeutet wörtlich „trockener Kuchen“ – klingt nicht gerade verlockend, oder? Was aber wirklich damit gemeint ist, ist, dass der Kuchen keine Sahne(füllung) enthält.
Beschreibung: Mürbeteigboden in Form eines dreieckigen Napoleonhuts mit Marzipanfüllung. Der flache Boden ist mit dunkler Schokolade überzogen.
Wann: Das Alter des Kuchens ist nicht genau bekannt.

Fragilite

Dieser Tørkage wurde Anfang des 20. Jahrhunderts erfunden – eine Zeit, in der französische Namen typisch waren, weil sie als schick und edel galten. Ein bisschen wie Ris a l’amande – ein natürlich durch und durch dänischer Milchreis.

Art: Tørkage
Beschreibung: Quadratische Torte, bestehend aus dünnen Schichten Makronenmasse mit einer Füllung aus Mokka-Buttercreme in dünnen Schichten. Die Oberfläche wird mit Puderzucker bestreut.
Wann: Erfunden von Bäcker Johannes Steen am Amagertorv um 1910.

Hindbærsnitter


Wer liebt sie nicht? Ich auch jeden Fall mag sie sehr – einfach ober lecker. Laut Bi Skaarup war Anna Anchers Mutter, Anna Hedvig Brøndum, eine ausgesprochene Expertin für Hindbærsnitter, die dann im Brøndums Hotel in Skagen serviert wurden. Angeblich kam H.C. Andersen extra nach Skagen gereist, um die berühmten Hindbærsnitter aus dem Hause Brøndum zu kosten.

Art: Tørkage
Beschreibung: Ein rechteckiger, dünner Kuchen aus 2 Schichten Mürbeteig mit Himbeermarmelade dazwischen und mit Zuckerguss obenauf.
Wann: Erfunden im 18. Jahrhundert. Ursprünglich bestand die Hindbærsnitte aus mehreren Schichten Mürbeteig mit Himbeermarmelade dazwischen.

Ægte christiansfelder honningkage


Honigkuchen ist eines der Aushängeschilder des UNESCO Weltkulturerbe Städtchens Christiansfeld in Sønderjylland. Aber natürlich nur die Echten Christiansfelder Honigkuchen! Nicht nur in der Weihnachtszeit ein echter Genuss.


Art: Kuchen aus Weizenmehl, Honig und Gewürzen.
Beschreibung: Die dunkelbraunen Kuchen werden in verschiedenen Formen und Größen, mit oder ohne Schokoladenüberzug, Zuckerguss und Creme- oder Marmeladenfüllung verkauft.
Wann: 1873 begann der Zuckerbäcker Christian E. Rasch mit der Herstellung der Kuchen, die Christiansfeld sowohl in Dänemark als auch im Ausland berühmt gemacht haben.

Vaniljekrans


Wieder so ein Keks, der aus der Weihnachtszeit nicht wegzudenken ist. Der Vanillekranz stammt aus der Blütezeit der Kekse in den 1840er Jahren, als Eisenöfen in den Haushalten Einzug hielten und das Backen einfacher wurde.


Typ: Keks
Beschreibung: Gebäck mit Vanillegeschmack in Form eines runden Kranzes mit sternförmigem Querschnitt.
Wann: 1840er Jahre.


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