Eine Ruine in Sønderjylland – Trøjborg Slotsruin

Kennt Ihr die Schlossruine Trøjborg? Diesen ungewöhnlichen Ort in Sønderjylland solltet Ihr nicht verpassen – ein Ziel, das selbst eingefleischte Dänemarkfahrer oft nicht kennen.


Hier kommt man auch nicht zufällig vorbei – wer hier landet, wusste, wohin sein Weg ihn führen sollte. Die Trøjborg Slotsruin liegt nördlich von Tønder nahe des kleinen Dörfchens Visby – versteckt hinter hohen Bäumen.


Besucher müssen ein paar Meter in die Auffahrt zum nahegelegenen Hof hinaufgehen, um zur Schlossruine zu gelangen – also über Privatgelände. Parken sollte man auf dem kleinen Platz auf der gegenüberliegenden Seite der Landstraße – ein kurzer Fußweg ist also angesagt.
Und dann blitzt das alte Gemäuer auch schon durch die Bäume. Ein echt ungewöhnlicher Anblick hier in Jütland, finde ich.


1347 wird Trøjborg erstmals erwähnt – Herzog Valdemar V. von Schleswig unterzeichnete hier ein Schriftstück und war vermutlich Besitzer der Burg.


Im 16. Jahrhundert hatte man die Burg in eine Vierflügelanlage mit kleinem Innenhof umgebaut. In jeder Ecke der Anlage stand ein Treppenturm, der die Stockwerke miteinander verband. Eine Zugbrücke führte über die Wassergräben, die die Anlage umgab. Die meisten Gebäudeteile, die heute noch zu sehen sind, stammen aus eben jener Zeit, dem 16. Jahrhundert, als Trøjborg ein Renaissanceschloss war.


Trøjborg blickt auf eine lange Liste von Besitzern zurück. Auch Königin Margrethe I. gehörte dazu. Sie kaufte Trøjborg im Jahre 1407 – vermutlich ein Schritt in ihrem Versuch, das Herzogtum Schleswig wiederzugewinnen. Später verpfändete sie Trøjborg an das Bistum Ribe, in dessen Besitz es bis zur Reformation blieb.

Neben der Krone gab es nach 1536 mehrere Privatbesitzer. Der letzte unter ihnen versuchte, Trøjborg dem Staat zu vermachen, da er selbst keine Mittel mehr hatte, das Gebäude instand zu halten. Leider blieb sein Versuch erfolglos und Trøjborg wurde abgerissen. Einige der Höfe im näheren Umkreis wurden aus Steinen des Schlosses errichtet.

Bei den Abrissarbeiten, so wird es erzählt, stürzte die Brücke über den Schlossgraben ein, so dass die Arbeiter nicht bzw. nur noch sehr beschwerlich zum Schloss hinüberkonnten. Also ließen sie Fundament und Südmauer einfach stehen. Was für ein Glück für uns heute – denn sonst gäbe es diesen schönen, fast schon verwunschenen Ort gar nicht. Erst später wurde eine neue Brücke gebaut und auch das Portal der Burg wieder errichtet, so dass man sich die ursprünglichen Maße der Anlage gut vorstellen kann. Ein Besuch ganz früh morgens oder im Abendlicht ist besonders schön – und bei Nebel wird’s sogar ein bisschen gruselig.



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