Under lup: Lehrwerke Dänisch

Da ich immer mal wieder nach Lehrwerken für Dänisch gefragt werde, habe ich mir vorgenommen, in der nächsten Zeit einige Dänisch-Lehrwerke genauer unter die Lupe zu nehmen. Besonderen Fokus lege ich dabei auf Werke, die zum Selbststudium wie auch für die Arbeit in einem Kurs gedacht sind.


Ich habe viele Jahre lang Dänisch unterrichtet – an Volkshochschulen und der Wirtschaftsakademie gab ich Kurse aller Sprachniveaustufen. Das hat sehr viel Spaß gemacht (und ich glaube, meinen Teilnehmern auch – jedenfalls den meisten), war aber tatsächlich oftmals eine Herausforderung bezüglich des Lehrwerks, das die Grundlage des Kurses bilden sollte. Nicht selten habe ich zu eigens entworfenen Unterrichtsmaterialien gegriffen. Nun ist das ja aber auch zugegebenermaßen schon ein bisschen her und ganz sicher gibt es heute sehr gute Lehrwerke.

Auf was muss man meiner Meinung nach also achten, wenn man ein Buch bzw. Lehrwerk (damit meine ich das Gesamtkonzept – also Lehrbuch plus z.B. CD, Übungsbücher, Downloads ) achten.

Es muss zur Zielgruppe passen


Man sollte sich also die Frage stellen: Was möchte ich lernen? Möchte ich die Sprache lernen, um im Urlaub ein wenig Konversation treiben zu können? Möchte ich zum Beispiel – bei Dänemarkurlaubern oft sehr gefragt – spezielle Vokabeln rund ums Segelboot und das Segeln lernen? Oder möchte ich vielleicht sogar langfristig nach Dänemark auswandern und bin interessiert an Leben und Kultur in unserem Nachbarland samt spezifischen Informationen zum Beispiel zum Arbeitsmarkt? Vielleicht möchte ich aber auch in Dänemark ein Semester studieren und bin besonders daran interessiert, im Land Kontakte zu knüpfen.
Es geht aber nicht nur darum, welche Themenbereiche abgedeckt werden, sondern auch, welche Art von Texten im Lehrwerk auftauchen. Gibt es für die Zielgruppe authentisches Material – zum Beispiel könnten das für junge Erwachsene Kommentare aus Sozialen Medien oder Blogposts sein, für Urlauber vielleicht Texte zu Sehenswürdigkeiten und Ferienhaus- und/oder Hotelbuchungen und unter anderem Jobannoncen für Menschen, die auf Suche nach Arbeit in Dänemark begeben wollen.

Es geht nicht ohne Grammatik


Ja, man kann eine Sprache auch ohne Grammatik erlernen – ausschließlich durch hören und imitieren. So lernt ein Kind – und als Erwachsene haben wir fast immer einen anderen Zugang zum Sprachenlernen – der eben nicht komplett ohne Grammatik auskommt. Grammatik ist aber auch gar nichts Böses – im Gegenteil. Sie hilft uns, die neue Sprache zu strukturieren. Und das ist erstmal sehr gut, denn unbewusst suchen wir sowieso nach Strukturen, Gleichheiten, Unterschieden – wobei gerade klare Unterschiede das Erlernen erleichtern. Und so schaut man im Lehrbuch nach der sogenannten Progression – also wie schnell werden wie viele grammatikalischen Phänomene eingeführt. Um die Lernenden weder zu über- noch zu unterfordern, muss hier die richtige Balance gefunden werden.

Neue Wörter

Weiterhin geht es um den Wortschatz – gibt es einen Vokabelteil, der schnell eine Übersetzung anbietet? Wie werden neue Wörter präsentiert (werden sie z.B. mit Bildelementen versehen?)? Und werden die Vokabeln nach Lektionen oder alfabetisch sortiert? Wie sieht es aus mit für Lernende notwendige Angaben wie dänischem Artikel oder Pluralform?

Ausgewogenheit

Ist die Verteilung von Lese-, Sprech- und Hörübungen ausgewogen? Gibt es kommunikative Übungen und wenn ja, variieren die Sozialformen? Werden verschiedene Lerntypen angesprochen und gibt es unterschiedliche Lernverfahren? Werden grundsätzliche Tipps zum Sprachenlernen gegeben? Gibt es zum Beispiel Tipps zur Benutzung eines Wörterbuchs bzw. in einem fortgeschrittenen Stadium eines einsprachigen Wörterbuches?

Vielseitigkeit

Wie vielseitig ist das Lehrwerk? Sprich: Welche Zusatzmaterialien gibt es zum Lehrwerk? Das könnte zum Beispiel ein Übungsbuch sein, CDs, Downloads, Anleitungen für Spiele usw. Gibt es Hinweise zum selbstständigen Lernen oder auch zur Selbstevaluation?

Aufmachung

Und letztlich: Wie ist das Ganz aufgemacht? Bilder, Fotos – wie motivierend ist das Lehrwerk und ist es der Zielgruppe entsprechend aufgebaut? Das ist natürlich (!) in höchstem Maße subjektiv und ich werde mich bemühen, einen möglichst neutralen Blick darauf zu werfen…



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